2 april 2026

Auferstehung: Visionen vom Glück

Geschreven door Johan Goud
Deutsch Rijksmuseum Auferstehung: Visionen vom Glück

Vor zwei Jahren starb Jürgen Moltmann, eine der großen theologischen Persönlichkeiten des letzten halben Jahrhunderts, im Alter von 98 Jahren. Dass er so alt geworden ist, passte zu ihm. Er strahlte Lebensfreude aus, persönlich und auch theologisch. Er wurde berühmt für seine Theologie der Hoffnung und Der gekreuzigte Gott, die theologisch den Idealismus und die Kulturkritik der sechziger und siebziger Jahre interpretierten.

Ende der 1970er Jahre verbrachte ich ein Jahr an der Universität Tübingen, besuchte ich seine Vorlesungen und ein Forscherkolloquium und sprach ich mit ihm über mein eigenes Forschungsthema. Ein Buch von ihm, das mir besonders am Herzen lag, ist Die ersten Freigelassenen der Schöpfung (1971). Es widerspricht der übermäßigen Aufmerksamkeit der Christen für die Schwere, die Strenge, die Verantwortung. Der Gott der Bibel ist nicht nur der oberste Richter und der strenge Herrscher. Er ist auch ein Gott, der sich in der Pracht und Schönheit all dessen, was existiert, entfaltet. Deshalb ruft er die Menschen nicht nur zur Verantwortung und Wohltätigkeit auf, sondern auch zu Bewunderung und Lob. Neben der Moral müssen die Ästhetik, das Spiel und das Vergnügen an allem, was schön ist, den Raum erhalten, den sie verdienen.

In diesem Zusammenhang lenkt Moltmann die Aufmerksamkeit auf die Visionen von Glück und Freiheit in der Bibel und in der kirchlichen Tradition. Die christliche Kunst kennt die Darstellung des Auferstehungstanzes schon lange: Der verherrlichte Christus mit einem flatternden Kleid führt die Erlösten in einer spiralförmigen Bewegung nach oben zum Vater. Ein ganz anderes Bild als das bekanntere Bild des Todestanzes, in dem der Tod mit seiner Sense als oberster Herrscher dargestellt wird.

Christus erscheint Maria Magdalena als Gärtner (1615-1618), Peter Paul Rubens. (Rijksmuseum Amsterdam)

Auferstehungstanz, Freude um eine Vision von Glück und Freiheit. Es erinnert mich an das strahlende Ende von Gustav Mahlers zweiter Sinfonie, der Auferstehungssinfonie. Der Tod, ein Zeichen von Leid und Zerstörung, verwandelt sich hier allmählich in ein Symbol der Hingabe und des Übergangs zu neuem Leben. Musik ist dazu in der Lage, ohne Worte hinzuzufügen, obwohl Sprache in dieser Sinfonie eine große Rolle spielt. Das Lied, das am Ende erklingt, wurde von Mahler selbst geschrieben, im Geiste dessen, was Theologen Apokatastasis Pantoon nannten, die Auferstehung aller Lebenden, das er aber selbst wie folgt beschrieb: „Es folgt nichts von dem, was erwartet worden war: kein Jüngstes Gericht, keine geretteten Seelen und keine Verdammten; kein gerechter Mann, kein Übeltäter, kein Richter! Alles hat aufgehört zu sein. Und leise und einfach beginnt es: ‘Aufersteh’n, ja aufersteh’n’.“

Es ist ein Traum, man kann es nicht anders nennen. Aber ein schöner, und einer, der neben der Gewissheit unseres Todes nicht weniger tief in uns verwurzelt ist.

Over Johan Goud

Johan Goud

Johan Goud is emeritus predikant. Hij werkte in de remonstrantse gemeente Eindhoven en Den Haag. Daarnaast was hij hoogleraar Religie en zingeving in literatuur en kunst aan de Universiteit Utrecht. Vanaf begin 2017 is hij post-emeritair aangesteld als 'godsdienstfilosoof' bij de remonstranten Den Haag (een aanstelling die mogelijk werd door een erfenis van gemeenteleden).